Kupando GmbH

Mehr Geld für die Berliner Kupando

Abheben wie ein Kranich, das ist zwar das Firmenmotto der Berliner Kupando, doch im Bereich der Wirkstoffentwickler wird dazu recht profan eine Menge Geld benötigt. Das ist Kupando schon einmal in schwierigen Zeiten 2022 gelungen. In kaum weniger schwierigen Zeiten wurde nun auch ein zusätzlicher Investor und weiteres Geld gefunden, um näher an die klinische Entwicklung herankommen zu können, für einen Ansatz, der das evolutionär ältere Immunsystem aktiviert und in der Breite der Indikationen von Krebs bis hin zu Infektionskrankheiten Einsatzmöglichkeiten verspricht.

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Das Berliner Biotech-Unternehmen Kupando baut seine Serie A-Finanzierung weiter aus: Nach einer ersten Tranche erhöht eine zweite Runde das Gesamtvolumen nun auf 23 Mio. Euro. Die zusätzlichen 10 Mio. Euro werden erneut von Remiges Ventures angeführt, LifeCare Partners bleibt Co-Lead, der HTGF mit im Boot, neu an Bord ist der Carma Fund.

Mit dem frischen Kapital will Kupando vor allem die klinische Entwicklung vorantreiben. Geplant ist eine Phase Ib-Studie mit dem Leitkandidaten KUP101 bei fortgeschrittenen soliden Tumoren. Parallel sollen präklinische Programme im Bereich Infektionskrankheiten beschleunigt werden.

Kupando wurde 2018 von CEO Johanna Holldack, MD, gegründet, die zuvor im Schweizer Unternehmen Telormedix CEO war. Dort ließ sie sich inspirieren von der natürlichen Widerstandsfähigkeit von Organismen, die ausschließlich auf ihre angeborene Immunität angewiesen sind. Doch die dortige Entwicklung wurde von einer Pharmafirma aufgekauft und später wieder an die Universität (in den USA) zurückgegeben. In dem Bewusstsein, dass dieses System lange unterschätzt wurde, heute aber als zentral gilt – insbesondere durch neue Erkenntnisse zur „trained immunity“ –, holte sich Holldack die Rechte wieder zurück und stellte das Wirkprinzip bei Kupando in den Mittelpunkt eines therapeutischen Ansatzes. Nach dem ersten Teil der Serie A-Finanzierung 2022 hatte Holldack in einem Interview mit |transkript.de die Entstehungsgeschichte ihres Unternehmens erläutert.

Immunaktivierung gegen Krebs bis Infektion

KUP101 basiert auf einem dualen TLR-4/7-Agonisten, der das angeborene Immunsystem aktiviert und sogenannte trained immunity auslöst. Der Ansatz zielt darauf ab, sowohl Krebs als auch Infektionen – inklusive antibiotikaresistenter Erreger – zu behandeln. Unterstützt wird das AMR-Programm durch das Bundesforschungsministerium.

Carma-Fund-Partner Martin Raditsch betont, der Ansatz berge „großes Potenzial“ in Onkologie und Infektionskrankheiten. Der neue Investor ergänzt die inhaltliche Perspektive: „Diese erfolgreiche Finanzierungsrunde – insbesondere im aktuellen schwierigen Marktumfeld – unterstreicht das Vertrauen, das wir als Investoren in Kupandos Wissenschaft, Team und die Fähigkeit haben, Lösungen für bislang ungedeckte medizinische Bedarfe zu liefern“, so Raditsch. Als Wiederholungstäter und mit der klaren Botschaft, nach der ersten Runde 2022 auch die zweite Tranche maßgeblich anzuführen, positioniert sich der eigentlich schwerpunktmäßig zwischen den USA und Japan aktive Kapitalgeber Remiges Ventures. Kazuhiko Nonomura, PhD, Partner bei Remiges Ventures und Mitglied des Beirats von Kupando, sieht das Erreichen der klinischen Phase als nächstes wichtiges Ziel: „Remiges Ventures ist stolz darauf, die Investition in Kupando weiterhin anzuführen. Wir sind überzeugt, dass Kupandos duale TLR-4/7-Agonisten-Technologie, insbesondere KUP101, das Potenzial hat, Behandlungsansätze in der Onkologie und bei Infektionskrankheiten neu zu definieren. Wir freuen uns darauf, den Übergang des Unternehmens in die klinische Phase zu sehen und das volle Potenzial der Pipeline zu erschließen.“

Der CARMA FUND I ist ein Frühphasen-Investmentfonds zur Förderung von Life-Science- und Healthcare-Technologien. Der Fonds wurde im Juni 2022 aufgelegt und verwaltet 56 Mio. Euro. Er hat Standorte in München und Frankfurt am Main. Partner sind unter anderem Evotec und die Universität in Frankfurt/M. Derzeit sind die Manager auch unterwegs, Investoren für einen Folgefonds zu finden.

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